Mittwoch, 24. Januar 2018
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Kinobesuch "Elser"

 

Elser – Er hätte die Welt verändert

Am 8. Mai besuchten drei Berufsfachschulklassen der EKS im Rahmen des Religionsunterrichts eine Sondervorstellung des Kinofilms „Elser – Er hätte die Welt verändert“ im Bali-Kino in Kassel. Nach einem Drehbuch von Fred Breinersdorfer verfilmt Oliver Hirschbiegel das Drama um den frühen Widerstandskämpfer Georg Elser, einem jungen Mann, der im November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller ein Attentat auf Hitler verübt. Das Attentat missglückt, da Hitler 13 Minuten früher als geplant den Raum verlassen hat. Kurz darauf wird Elser vom deutschen Grenzschutz festgenommen und nach Berlin ins Gestapohauptquartier gebracht, wo er verhört und gefoltert wird. In eingebauten Rückblenden wird gezeigt, wie sich der lebensfrohe und freiheitsliebende Musikant Elser vom Pazifisten zu einem Mann entwickelt, der sich moralisch verpflichtet fühlt, mit aller Kraft und notfalls mit Gewalt und ganz alleine Hitler zu stoppen. Dabei bleibt er stets nur seinem Gewissen verantwortlich und nimmt sogar in Kauf, dass Unschuldige ihr Leben verlieren, wenn dadurch die Katastrophe, die er deutlich voraussieht, verhindert werden kann. Kurz vor Kriegsende wird er nach mehrjähriger Haft hingerichtet.

 

Die Thematik des Films stieß auf starkes Interesse bei den Schüler(innen), so dass letztlich die Initiative für den Kinobesuch von ihnen ausging. Folgende Kommentare einiger Schüler(innen) der 10BFS1 zeigen, wie sehr dieser Film sie bewegte:

„Elser durchschaut von Anfang an Hitlers Pläne und will unbedingt das Ende von Demokratie und Freiheit verhindern. Er ist ein Freigeist, ein Frauenheld und sehr intelligent. Er verabscheut Gewalt, begreift aber, dass Hitler nur gewaltsam gestoppt werden kann. Deshalb plant er ein Attentat, und zwar mit einer solchen Präzision, dass sich niemand vorstellen kann, dass ein einzelner Mann dies alleine getan hat. Der Film ist sehr spannend und so detailliert, dass man das Gefühl hat, man sei dabei. Er regt zum Nachdenken an, in manchen Szenen geht er aber sehr unter die Haut. Die Grausamkeit dieser Zeit wird so real dargestellt, dass man eine genaue Vorstellung bekommt. Für mich ist dieser Film sehr bewegend und hat mir großen Einblick verschafft.“

„Meiner Meinung nach ist dieser Film sehr gut gelungen, man kann sich gut in die Lage der einzelnen Personen versetzen und mitfühlen. Der Film wirkt nicht aufgesetzt oder wie eine Dokumentation. Er hat mich so ergriffen, dass es mir während des Films angesichts der Brutalität der Nationalsozialisten und des erlittenen Leids der Menschen teilweise nicht gut ging. Ich habe gewünscht, dass Elser es geschafft hätte, das Leid zu verhindern, für mich ist er ein ganz großer Held. Erst Jahrzehnte später wurde Elser als Widerstandskämpfer anerkannt.“

„Ich finde, dass Elser ein sehr mutiger Mann war, er hat das Attentat schweren Herzens in Kauf genommen, weil er keinen anderen Weg sah. Er ist leider gescheitert und musste mit seinem Leben büßen. Der Film hat mir unter anderem auch wegen der tollen Schauspieler sehr gut gefallen.“

„Der Film beginnt mit den letzten Arbeiten Elsers an der Bombe. Elser war ein Schreiner aus Schwaben, er baute die Bombe in einen Schacht im Bürgerbraukeller in München ein. Nach seiner Festnahme weigert sich Elser zunächst beim Verhör durch die Gestapo auch nur seinen Namen zu nennen. Erst als seine große Liebe Elsa, eine verheiratete Frau, die von ihrem Mann misshandelt wird, festgenommen und bedroht wird, gesteht Elser seine Tat und kann beweisen, dass er keine Hintermänner hatte und das Attentat ganz alleine geplant und durchgeführt hat. Der Film hat mich zum Nachdenken gebracht: was wäre aus der Welt geworden, wenn Hitler 13 Minuten länger im Gebäude geblieben wäre? Der Krieg wäre wahrscheinlich schnell beendet gewesen, es hätte keinen Holocaust und keine Vernichtungslager gegeben. Ich bin froh, dass ich nicht in dieser Zeit gelebt habe, ich finde es grausam und schauerlich, was den Menschen angetan wurde. Elser hat meinen größten Respekt, dass er allein so etwas durchgezogen hat und immer stark und ungebrochen geblieben ist trotz Folter und Schlägen.“

Birgit Hof